Besonderheiten
Druck wird nach der Theorie ausgeübt, dass bestimmte Fuß- oder Handbereiche anderen Körperteilen entsprechen. Diese theoretischen Karten sind keine gesicherten anatomischen Zuordnungen. [1]
Geschichte und Weitergabe
Die britische Association of Reflexologists verbindet das moderne westliche System mit William Fitzgeralds Zonentheorie im frühen 20. Jahrhundert und Eunice Inghams Arbeit in den 1930er-Jahren. Alte Darstellungen von Fußberührungen belegen keine lückenlose Überlieferung desselben Systems. [2]
Techniken
Im Mittelpunkt stehen örtliche Berührungen und Druck auf Füße oder Hände. Eine druckempfindliche Fußstelle ist kein diagnostischer Nachweis einer Erkrankung innerer Organe. [1]
Fußgeschwüre, Durchblutungsstörungen, Venenthrombosen oder Blutungsrisiken erfordern ärztlichen Rat. Eine Reflexzonenbeurteilung ersetzt keine medizinische Diagnose. [3]
Evidenz und Grenzen
Laut NCCIH sind behauptete Wirkungen auf zugeordnete Körperteile nicht nachgewiesen. Begrenzte Untersuchungen einzelner Symptome belegen keine Vorbeugung oder Heilung von Krankheiten. [1] [3]
Krebssymptome: Womit wurde verglichen?
Die 2024 veröffentlichte Übersicht von Klaus und Kollegen recherchierte im März 2022 und schloss 26 Studien aus 29 Publikationen mit 2.465 Erwachsenen mit Krebs ein. Die Ergebnisse waren uneinheitlich und wiesen erhebliche methodische Einschränkungen auf. Bei Schmerz, Müdigkeit und Lebensqualität sprachen die Ergebnisse tendenziell für Reflexologie gegenüber passiven Kontrollgruppen, belegten aber keinen spezifischen Vorteil gegenüber vergleichbaren aktiven Interventionen. Die Autoren forderten Kontrollangebote wie Fußmassage mit ähnlichem Kontakt und ähnlicher Zuwendung. Ein Vergleich mit üblicher Versorgung beantwortet daher eine andere Frage als ein Vergleich mit einer anderen manuellen Intervention. [4]
Krebsschmerz: Auch die neuere Schätzung bleibt unsicher
Eine Metaanalyse von Boopalan und Kollegen aus dem Jahr 2026 fasste elf randomisierte Studien mit 681 Erwachsenen mit Krebs zusammen. Die aktualisierte Suche reichte bis Mai 2024 und berücksichtigte auch geeignete frühere Studien. Das zusammengefasste Schmerzergebnis fiel zugunsten der Reflexologie aus, doch die Ergebnisse unterschieden sich erheblich; die Autoren bewerteten die Evidenzsicherheit als sehr niedrig. Zu den unterschiedlichen Vergleichsangeboten gehörten Standardversorgung, Fußmassage, Lesen und Entspannungsangebote. Die gemeinsame Schätzung belegt keine Überlegenheit gegenüber jedem einzelnen Vergleichsangebot. Die Evidenz betraf vorwiegend kurzfristige Schmerzen; Angaben zu Langzeitwirkungen und Sicherheit waren begrenzt. Schmerzbewertungen belegen weder eine Tumorkontrolle noch die Gültigkeit diagnostischer Organkarten. [5]
Quellen
- NCCIH — Reflexology ↗
- Association of Reflexologists — Introduction to Reflexology ↗
- Cancer Research UK — Reflexology ↗
- Klaus et al. (2024) — Reflexology in oncological treatment: a systematic review ↗
- Boopalan et al. (2026) — Role of reflexology in treating cancer pain: an updated meta-analysis ↗
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